Die Kunst hellwach gelassen zu sein - Impulse für Job und Leben (Teil 1)

„Besäße der Mensch Gelassenheit, so wäre ihm fast nichts unmöglich“ sagt ein altes konfuzianisches Sprichwort.
Wäre dieses von Beginn an in die Welt getragen und in der staatlichen, gesellschaftlichen und familiären Erziehung kultiviert worden, hätte die Geschichte ganz andere Geschichten geschrieben. Aber die Welt von heute ist nun mal so wie sie ist, und wir alle sind aufgefordert, sie zu ändern. Nicht nur im Großen. Besonders die kleineren, täglichen Wichtig- und Unwichtigkeiten, die uns oft zu schaffen machen, sollten wir einmal in Ruhe unter die Lupe nehmen. Im privaten wie im beruflichen Umfeld.
Unsere Welt ist zu einem einen „Hochgeschwindigkeits-Reaktor“ geworden, über dessen Trassen der „Dauerstrom“ des „Beschäftigt-sein-müssens“ in die Netze unserer Gesellschaft und deren Lebenswelten gespeist wird. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir das dauernd unter „Strom stehen“ und die Dinge kaum mehr richtig wahrnehmen. Doch wenn wir uns sensibilisieren und wieder zu spüren in der Lage sind, können wir uns bewusst wegschalten und uns wieder zuschalten, wenn es nötig wird.
Doch Fakt ist: Der „Hochgeschwindigkeits-Reaktor Welt“ wird erst einmal seine Turbinen weiter unter Dampf halten. Uns dabei permanent zu entschleunigen ist nicht die Lösung. Wir liefen der Zeit noch mehr hinterher als bisher. Aber die Kunst gelassen zu sein kann uns helfen, wirkungsvolle Veränderungen herbei zu führen!
Gelassen sein ist eine Tugend, die mit Geduld, Besonnenheit, klarem Kopf und Empathie viele Probleme zu lösen vermag. Gelassen sein ist eine Kunst, die uns mehr Lebensfreude und Lebensqualität beschert. Gelassenheit lässt uns zur Ruhe kommen und gibt dem Ego Urlaub. Gelassen sein heißt aber nicht, gleichgültig gegenüber uns selbst und anderen zu sein. Sich abzuwenden und wegzuschauen wäre arrogant, Ignoranz keine Lösung.
Gelassen sein tut gut! Doch was bedeutet eigentlich „Gelassen“?
Gelassen kommt von „lassen“, von „loslassen“, Ballast ablassen“, um sich leichter zu machen, sich auf Neues „einzulassen“, sich „hingebungsvoll zu überlassen“. Klingt einfach! Aber wie werden wir gelassen? Was können wir tun, uns diese Tugend zu eigen zu machen? Und, woher nehmen wir die Kraft und die Zeit bei all dem Trubel, der unser Dasein umringt, Gelassenheit einzuüben, zu kultivieren, gelassen zu leben?
Uns die Kraft selbst zu geben (zu schenken), uns auf Neues einzulassen, ist ein Weg. Ihn zu gehen braucht den Willensakt gelassen zu werden, es ernsthaft zu wollen, bevor das „Einüben“ des „Gelassen-werden“ beginnt. Sozusagen nach dem Prinzip des PLAN – BUILD – RUN.
Der andere, vielleicht leichtere Weg, ist einfach mit dem Einüben zu beginnen. Ohne Erwartungshaltung, ohne Wunsch gelassen zu werden, ohne Ziel. Einfach üben und beobachten, was (mit Ihnen) geschieht. So machen Sie das Üben zum Spiel.
MPH 04/18
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