Meditierende Manager – alles Weicheier ?


Meditation ist etwas für realitätsferne und unverbesserliche Esoteriker, aber nichts fürs Business, und schon gar nichts für Manager. Das ist eine immer wieder anzutreffende Grundhaltung bei Führungskräften. Im Top-Management jedoch spielt Mediation als Methode zur Regeneration zunehmend eine Rolle. So wurde beispielsweise auf dem World Economic Forum in Davos in 2016 erstmalig der Molokularbiologe Jon Cabat-Zinn eingeladen, um mit den Teilnehmern seine Meditationsmethode der „Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion“ einzuüben.

Das Credo lautet: Hohe Energie und Dynamik spielen zusammen mit Gelassenheit, Widerstandskraft und geistige Klarheit. Dass Meditation dafür eine entscheidende Rolle spielen kann, wurde zwischenzeitlich in vielen Studien nachgewiesen. Wer meditiert, kann besser führen, arbeiten und leben. Mit Meditation bringen wir Verstand, Intuition und Handeln in einen kooperativen Zustand, der uns körperliche und geistige Weiterentwicklung ermöglicht. Unser Beitrag heute gibt einen Einblick in das, was bei Meditation passiert und was damit erreicht werden kann.

Vereinfachtes Modell unserer Bewusstseinsebenen und Gehirnwellenschwingungen

Unser Gehirn schwingt auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen in ganz bestimmten Rhythmen (Hz/s), auf denen es uns möglich ist zu „surfen“. Holen Sie Ihr geistiges Surfbrett hervor und erlernen Sie die Kunst, sich auf Ihre  Gehirnwellen einzuschwingen.

Die vier Bewusstseinsebenen

Das Wachbewusstsein: Rationales Denken, Analyse, Planen, Strategien entwickeln.
Das persönlich Unbewusste: Persönliche Erfahrungen und Gelerntes, die halb/ganz vergessen, aber hier gespeichert sind.
Das kollektiv Unbewusste: Unpersönlich, automatisch ererbte Denk-und Verhaltensmuster der vorherrschenden Kultur und Gesellschaft  (Archetypen/C. G. Jung).
Das Einheitsbewusstsein: Inhaltlich abstrakt, nicht fassbar, keine Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt. Alles ist eins.

Die fünf Gehirnwellenschwingungen

Gamma-Management 40 Hz: Tiefste Meditation. Alle Nervenzellen und Gehirnareale schwingen synchron. Höchste, ungerichtete Aufmerksamkeit.  Zustand: Einheitsbewusstsein.
Beta-Management 12-25Hz: Stress, Ärger, negative Nachrichten, Sorgen. Hier sind wir angespannt und nervös (ca. ab 20 Hz). Logisches Denken, Analyse, planen, konzipieren, Konzentration, Kognition, rationale Methoden. Zustand: Wachbewusstsein.
Alpha-Management 8-12 Hz: Innere Aufmerksamkeit, ruhiges und fließendes Denken, stressfrei, wohlige Entspannung. Zustand: Persönliches Unbewusste. Teilweise auch unteres Wachbewusstsein.
Theta-Management 4-7 Hz: Tiefe Meditation. Orientierung. Im Einklang mit allem Tun. Klarheit,  Achtsamkeit, Gelassenheit, Kreativität. Tiefenentspannung und tiefe, gerichtete Konzentration.           Zustand: Persönliches Unbewusste und kollektives Unbewusste.
Delta-Management 1-3 Hz: Schlafen. Träumen. Das Denken ruht. Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Zustand: Tiefschlaf.

Meditation verschafft uns Zugriff auf die Bewusstseinsebenen und Gehirnrhythmen

Grundsätzlich geht es darum, das Denken zu beherrschen. Doch was heißt das?                                              
Drei Ziele verfolgt die Meditation dabei:

  1. Das ewige Grübeln im Kopf zu vermeiden, besser zu schlafen, sich gut entspannen zu können, gesünder und angemessener zu leben, adäquat mit Stress umzugehen, über eine  gute                Konzentration zu verfügen.
  2. Die erlangte Konzentration aus Ziel 1 immer weiter zu entwickeln, bis hin zur „Meisterschaft“.           Je konzentrierter jemand sein Tun vollbringt, steigert seine Freude am Tun und ist erfolgreicher. 
  3. Tiefste Erkenntnis zu gewinnen, wie die Welt wirklich ist. Das eigene Leben aus dieser tiefen Erkenntnis heraus auszurichten.

Die Ziele 1 und 2 zielen ab auf die Verbesserung der persönlichen Leistungsfähigkeit. Wir lernen, allen Dingen gegenüber offen zu sein. Wir lernen unseren Kopf zu „leeren“, um Platz für Neues zu schaffen. Durch Meditation (Gehirnwellen-Management/Surfen) schaffen wir es, uns auf und in den Bewusstseins-Schichten zu „bewegen“. So verbessern wir unsere Intuition und die Möglichkeit, uns Wissen aus den tieferen Schichten bewusst zu machen.  Mit diesem Wissen lösen wir dann unsere Aufgaben und Probleme besser.

Ziel 3 geht weit darüber hinaus. Die Entscheidung, auch diesen Weg zu gehen, verlangt uns einiges ab. Doch wer die beiden ersten Ziele einmal erreicht hat ist schon auf dem Weg zum dritten Ziel.

Ergebnisse, die sich einstellen können. Doch schalten Sie Ihre Erwartungshaltung auf null.

  • Gelassener und souveräner Umgang mit Menschen und Situationen (Empathie, starkes Einfühlungsvermögen, arbeiten mit emotionaler (EQ) und spiritueller Intelligenz (SQ: präkulturell im Gehirn verankert). 
  • Konzentration bei allem, was Sie tun. Jeder Augenblick, ohne jede Ausnahme, ist für die Übung der Achtsamkeit geeignet.
  • Tiefere Wahrnehmung der Realität. Dem Ego Urlaub geben. Offen für Veränderungen.
  • Beherrschen des Denkens, ohne zu denken. Geistige Klarheit (Schärfung des Intellekts/IQ) und körperliche Fitness. Problemlösungsrate erhöht sich.

Entscheiden Sie selbst, ob dies Attribute von „Weicheiern“ sind.

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MPH 08/16


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