Einfachheit ist einfach „leaderschick“

Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorp, sagte einmal Kurt Tucholsky. So ist weniger einfach mehr und leichter. Weniger tut gut.

Entrümpeln Sie. Misten Sie aus. Lassen Sie los.                                                                                                                 
Sie sind Meister in der Kunst des Loslassens, wenn zum Beispiel nur noch aktuelle Aufgaben auf Ihrem Schreibtisch liegen. Entrümpeln Sie. Weg mit dem Alten. Platz für Neues. Je weniger Sie brauchen, umso mehr Fähigkeiten gewinnen Sie. Sagen Sie ja zur Einfachheit, um besser  arbeiten, führen und leben zu können. Nichts stresst mehr, als eine Überfülle an Zeug: Materiell, ideell, emotional. Was brauchen Sie wirklich, was brauchen Sie nicht? Wie sind Ihre Beziehungen zu Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zu anderen Menschen? Emotional einfach zu sein, ist erfüllt von spontaner Offenheit und Transparenz für andere, was Ihnen eine tiefe Freude und große Gelassenheit schenken wird.

Einfach arbeiten und einfach leben bedeutet, nutzlose Verstrickungen abzustreifen und entbehrliche Ziele aufzugeben. Wählen Sie das, was Ihnen am wichtigsten ist.

Doch auf keinen Fall perfekt sein wollen. Wer perfekt sein will,  erreicht in der Regel das Gegenteil. Leichtigkeit ist angesagt. Doch Leichtigkeit ist kein Leichtsinn und keine Fahrlässigkeit. Leichtigkeit ist Vertrauen! Vertrauen zu sich selbst, zu anderen und zu den übergeordneten Prozessen jenseits allen Denkens. Und vor allen Dingen, die Dinge nicht immer so bierernst nehmen. Das verkrampft enorm und mindert Ihre Lebensqualität.

Nein sagen können, um es einfach zu halten und zu haben. Den Zeitplan entrümpeln. Es soll Sie bereichern, was Sie tun. Nehmen Sie sich Zeit sich auf die Aufgabe konzentrieren zu können. Dadurch schaffen Sie sich Zeit. Wenn Sie etwas tun, was keine Bereicherung für Sie darstellt, so ist das unnötiger Ballast. Finden Sie aber auch Bereicherung an Dingen, die Sie ungerne tun, aber erledigt werden müssen. Ihre Bereicherung liegt nur ein Gedanke weit entfernt. Finden Sie sie.

Unbeschwert. Kinderleicht.

Die Liebe zur Sache. Den Traum leben. Heute damit beginnen. Nicht auf morgen warten. Sich nicht selbst im Wege stehen. Sofort anpacken. Es ist die Liebe zur Sache. Nicht auf die perfekte Bedingung warten. Einfach anfangen.
Manche Menschen möchten um keinen Preis Anfänger sein, worin auch immer. Das ist schade. Denn ein Anfänger ist wie ein Kind, voll Vertrauen und ohne Angst fängt es an und schaut, was wird. (Silvia Ostertag)

Und noch einmal, trinken Sie lieber ein Bier, anstatt bierernst zu sein. Humor befreit und heilt: körperlich, geistig, seelisch. Spielerisch leben, nicht verbissen sein. Nichts mit Gewalt erreichen wollen. Schon Plutarch sagte: Der Gipfel der Weisheit ist, ernsthafte Ziele spielerisch zu verfolgen. Arbeit und Spiel. Spiel und Ernst. Die Schwere der Realität aufheben, durch die Leichtigkeit des Spiels. Es entstehen Spielräume der Entfaltung von Möglichkeiten. Kreativität wird geweckt. Spiel und Wirklichkeit. Doch wie wirklich ist Wirklichkeit? Verlässliche Wissenschaft? Fakten? Doch Vorsicht! Nietzsche hat das Scheinbare in der Wissenschaft und im Leben aufgedeckt. Er stellt beide der Kunst gegenüber: Kunst ist bewusstes Schaffen von Schein.

Lösungen erzwingen zu wollen ist falsch. Diese Strategien sind bekannt als "Escalation of Commitment": übersteigertes Engagement für ein Ziel. Das Problem wird durch die Problemlösung nur verschärft. Ironie des Schicksals. Jähe Wendungen, abenteuerliche Verstrickungen und Konstellationen. Meinten wir noch alles im Griff zu haben, wendet sich das Blatt. Wir können nur noch zusehen, was geschieht.

Wie gehen Sie mit diesen eigendynamischen, sich selbst organisierenden Abläufen um? Mit Ironie! Angewandte Ironie ist eine Kunst der Distanz. Distanz von den eigenen inneren Widersprüchen, um von ihnen nicht zerrissen zu werden. Vor allen Dingen Distanz zu den äußeren Widersprüchen schaffen.

Aus der Distanz sehen Sie besser, wie die Bilder der Impressionisten es deutlich zeigen. Aus der Distanz handeln Sie natürlicher und gelassener.

Spielerisches leben: Spielerisch zu leben heißt, in der Übernahme einer Rolle sich selbst zurück zu nehmen und sich von dieser Rolle wieder zu trennen. Gerade angesichts des Erfolgs- und Zielerreichungsdrucks entlastet die spielerische Herangehensweise enorm. Im Spiel hören Sie auf Ihre Intuition, Sie experimentieren und können dabei feststellen, dass sich das Ziel Ihnen nähert, indem Sie nicht darauf fixiert sind. Im Spiel zeigt sich ein Vertrauen auf die selbstregulierenden Prozesse des Lebens. Kein ängstliches Klammern, sondern Geschmeidigkeit ist gefragt. Humor unterstützt Geschmeidigkeit. Humor macht das Schwere leicht.

MPH 01/16