Leadership oder Management - Kür oder Pflicht?

Erstmals  wurde die Wortschöpfung „Leadership“ dem Harvard-Professor John P. Kotter in den Achtzigern im Zusammenhang mit Unternehmensführung zugeschrieben. Viele andere Autoren folgten. Wie Tausende von fleißigen Bienen  „bestäubte“ der Begriff Leadership alle Wirtschaftsregionen dieser Erde. Hundertfach wurde über Leadership geschrieben und diskutiert. Methoden und Konzepte sprießten wie Pilze aus dem Boden. Wow! Leadership, das war neu, modern, zeitgemäß und passte prima in Unternehmenswelten und Masterstudiengänge, bis heute.

Leadership heißt Führerschaft. Doch leider hat die deutsche Sprache für Leadership nicht die ihr gebührende Artikulierungskraft. Bleiben wir bei Leadership. Das geht leichter über die Lippen und ist global. Oft wird Leadership auch als archetypisches Gegenstück zum umsetzungsorientierten Manager beschrieben. Denn Leadership steht für Führung mit Visionen, die Menschen inspirieren, begeistern und motivieren.  Kreative Potentiale werden ausgeschöpft, Innovationen hervorgebracht und Sinnerfüllung erreicht.

Das ist die Kür. Doch wer nur die Kür beherrscht, ist noch kein LEADER.  Ein LEADER muss auch MANAGER sein. Also ein Planer, Macher, Beweger, Organisierer, Gestalter und Entscheider. Das ist die Pflicht.  Visionäre Führung sowie auf Ordnung und Umsetzung gerichtetes Management gehen dabei Hand in Hand. Unternehmen brauchen Manager, die gut zu organisieren verstehen. Und Leader, die die Belegschaft zusammenschweißen und  auf neue Richtungen und Veränderungen einschwören können- in einer Person. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Ein wahrer Leader ist vor allem Experte in Selbstführung, Menschenführung und Prozessführung. Erst dann wird – heute und in Zukunft mehr denn je - ein souveräner Umgang  mit Wandel und Anpassungskrisen selbstverständlich.

MPH 06/15


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